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Gast
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2-Jul-2007
Beitrag vom 9-Feb 5:00  Betrachte Benutzerprofil von Gast   [ 0 mal geaendert ]
Placebo-Effekt – auch beim Tier

In den humanmedizinischen Wissenschaften ist der Placebo-Effekt viel erforscht und wenig verstanden. Die Tiermediziner haben bislang kaum dazu geforscht. Mit Placebo-Effekt ist weit mehr gemeint als der Effekt, den der Glaube erzeugt, es sei ein wirksames Medikament verabreicht worden. Der Begriff bezieht sich auf alle für den Krankheitsverlauf positiven Effekte, für die es keinen messbaren und allgemeingültigen Einfluss gibt. Solche Einflüsse können zum Beispiel die Einrichtung einer Praxis, das Verhalten und der Ruf eines Therapeuten, Sympathie oder Antipathie zwischen Behandler und Patient sein.

Ein bedeutender Aspekt ist die Erwartungshaltung des Patienten oder Tierbesitzers. „Mit das erste, was ein Student der Veterinärmedizin lernt, ist, dass manche Besitzer erwarten, dass man etwas verschreibt. Erst dann sind sie beruhigt, und das kann dann positiv auf das Tier wirken“, sagt Professor Dr. Wolfgang Löscher vom Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

In seiner Studie, die sich kritisch mit der Anwendung der Homöopathie in der Tiermedizin auseinandersetzt, bedauert er, dass „für die Zulassung von konventionellen Tierarzneimitteln keine doppeltblind placebo-kontrollierten Studien verlangt werden, obwohl immer klarer wird, dass auch bei Tieren der Behandlungserfolg erheblich von subjektiven Kriterien und schwer überschaubaren Einflussgrößen (zum Beispiel Spontanheilung, zufallsbedingte Variabilität des Krankheitsverlaufs, Placebo-Effekt) abhängen kann.“ (Quelle: Deutsche Tierärztliche Wochenschrift, Jhg. 99, Heft Nr. 2/1992,S. 51-54 u. Heft. Nr. 3/1992, S. 99-106)

Placebos werden also auch in der konventionellen Tiermedizin eingesetzt, die damit nicht weniger ganzheitlich behandelt als ein Heilpraktiker, der Bachblüten verschreibt. Die Behandlung beim Tierarzt hat den Vorteil, dass dieser während eines sechsjährigen Studiums gelernt hat, organische Ursachen für Krankheiten und Verhaltensstörungen auszuschließen. Der ein oder andere korrupte schulmedizinische Wissenschaftler, der ein oder andere Arzt, der unnötige Medikamente mit schädlichen Nebenwirkungen verschreibt, sind kein Beweis für die Unschuld der alternativen Heilverfahren und ihrer Anwender. Auch in dieser Branche gibt es Auftragsforschung und die Nebenwirkungen sanfter Medizin können unter Umständen tödlich sein, wenn eine notwendige Behandlung oder Verhaltensänderung unterlassen wurde.

Bei einem Hund mit Hüftdysplasie oder gemeingefährlicher Aggressivität wäre eine Bachblüten-Therapie sicher die falsche Wahl. Sofern behandlungsbedürftige Krankheiten und Verhaltensfehler nicht verkannt werden, ist dagegen nichts einzuwenden. „Vor allem in der Bereitschaft, sich Zeit zu nehmen und all den kleinen Sorgen und Wehwehchen Aufmerksamkeit zu schenken, liegt der Verdienst der alternativen Therapeuten“, bilanzierte der Veterinärmediziner Rafael Nickel in der Zeitschrift „Praktischer Tierarzt“.

Dass sie daran unbedingt weniger verdienten als die sogenannten Schulmediziner, ist ein Gerücht. Auch bezogen auf Hausbesuche, bislang eine Domäne der Heilpraktiker, lohnt sich ein Kostenvergleich. Viele Tierärzte bieten heute wieder an, den Patienten in dessen Revier in Augenschein zu nehmen, und verlangen dafür nicht viel mehr als ein Heilpraktiker.

Mehr unter:
http://www.wdr.de/tv/service/tiere/inhalt/20061210/b_3.phtml
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